Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

Studienbereich Geo

Röntgenring 8
97070 Würzburg

Telefon: +49 931 3511-9502
Telefax: +49 931 3511-9510

URI: https://bvg.fhws.de/

Vernetzter Bebauungsplan / Kommunikativer Bebauungsplan

Die Verfahrenslösung "Kommunikativer Bebauungsplan" erleichtert den Bürgern, den Trägern öffentlicher Belange, investitionsbereiten Unternehmen und in das Genehmigungsverfahren involvierten Behörden einen in jeder Hinsicht (d. h. zeitlich und inhaltlich) raschen Zugang zu den Entwürfen und den verbindlichen Festsetzungen der kommunalen raumbezogenen Bebauungsplanung. Sie entlastet die Planungsämter im Rahmen der Einsichtnahme und fördert, indem sie eine umfassende Information zu jedem Planungsverfahren ermöglicht, die vom Gesetzgeber geforderte Mitwirkung der Bürger bei raumbezogenen kommunalen Planungsvorhaben.

Das vorliegende Konzept beschreibt eine Verfahrenslösung, welche die Veröffentlichung von Daten der Bauleitplanung sowohl während der Aufstellungsphase als auch nach dem Inkrafttreten des Bebauungs- oder Flächennutzungsplans unterstützt. Das Konzept bezieht die Aufgabenbereiche der Entwurfserstellung und der Datenerfassung nicht mit ein.

Das Konzept basiert auf einer redundanzfreien verteilten Datenhaltung: Gemeindliche Datenserver stellen die planungsspezifischen Informationen, wie die Bauleitpläne, die spezifischen Planungsgrundlagen oder Angaben über den Status laufender Verfahren zum Abruf über das Internet bereit. Weitere Informationen, die verfahrensübergreifender Natur sind, wie Gesetzestexte oder allgemeine Planungsdaten, zu denen beispielsweise Höhenmodelle gehören, werden vom jeweiligen Datenherren zur Verfügung gestellt, wodurch eine Mehrfachverwaltung und -haltung vermieden wird.

Um eine eindeutige räumliche Zuordnung von geografischen Objektnachweisen aus unterschiedlichen Quellen zu ermöglichen, wird die ausschließliche Verwendung von amtlichen Geobasisdaten zur Referenzierung vorgeschrieben. Eine zeitliche Zuordnung von Dokumenten und Objektnachweisen wird durch eine kontinuierliche oder mindestens epochenweise Historienführung realisierbar. Rechtlich verbindliche und informelle Planungsdaten müssen zweifelsfrei voneinander unterscheidbar präsentiert werden.

Schlussendlich wird durch die hier vorgestellte Verfahrenslösung wegen der Auslagerung der allgemeinen Verfahrensdaten auf nicht-gemeindliche Server eine redundante Datenhaltung weitgehend vermieden. Dadurch können bei der immer stärker fortschreitenden Verlagerung von personalintensiven Informations- und Meldungsdiensten auf kommunale Online-Angebote die gemeindlichen personellen Ressourcen entlastet und Kosten reduziert werden.

Das Konzept des "Kommunikativen Bebauungsplans" wurde im Rahmen des gleichnamigen von der Bayerischen Staatsregierung geförderten HTO-Projektes entwickelt. Seit Herbst 2000 wird am Labor für Geoinformationssysteme der FH Würzburg-Schweinfurt eine am vorliegenden Lösungskonzept orientierte konkrete Systemlösung entwickelt. Bereits im Vorfeld der konzeptionellen Arbeiten wurde anlässlich der EXPO 2000 eine prototypische Anwendung gezeigt.

Vernetzter Bebauungsplan / Kommunikativer Bebauungsplan